Rotbarsch

Zeichnung. Annika Fröhlich, www.media-army.de

Lateinischer Name: Sebastes marinus / mentella
Norwegischer Name: Uer, Rødfisk

Vorkommen: Bei den in norwegischen Küstengewässern und Fjorden vorkommenden Rotbarschen muss man zwischen zwei Arten unterscheiden. Recht häufig gefangen wird eine kleinwüchsige Art, nämlich der Schnabelrotbarsch oder Tiefenrotbarsch (Sebastes mentella). Der „richtige“ Rotbarsch (Sebastes marinus), auch Goldbarsch oder Großer Rotbarsch genannt, ist aber der, für den sich Angler und Fischer eigentlich interessieren.
Rotbarsche leben in Schwärmen und halten sich meist in sehr tiefem Wasser auf, in der Regel in Wassertiefen zwischen 100 und 500 Metern. Die Fische sind recht standorttreu, man findet sie häufig an steil abfallenden Kanten, und dort vor allem in Grundnähe. Letzteres ist jedoch relativ, da die Fische sowohl direkt am Grund als auch 10 bis 30 Meter darüber stehen können. Deshalb ist es auch an bekannten Rotbarsch-Spots nicht immer ganz einfach, die Fische zu lokalisieren.

Größe: Ähnlich wie Wolfsbarsche wachsen auch Rotbarsche extrem langsam. In Ausnahmefällen können sie bis über 60 Jahre alt werden und Längen von gut einem Meter (Sebastes marinus) bzw. 50 Zentimeter (Sebastes mentella) erreichen. Allerdings sind solche Uralt-Exemplare höchst selten. Trotzdem wurden von Anglern in den letzten Jahren  in Nordnorwegen mehrere Rotbarsche gefangen, die über 8 Kilo schwer und mehr als 80 Zentimeter lang waren. Der aktuelle norwegische Rekord (gefangen 2013) liegt sogar bei 12,14 Kilo. Normale, von Anglern gefangene Rotbarsche wiegen jedoch meist um die ein bis zwei Kilo (Sebastes marinus) bzw. 200 bis 300 Gramm (Sebastes mentella).

Angelmethoden: Eine der effektivsten Methoden ist das Angeln mit extrem langen Vorfächern. Diese bestehen aus starkem Monofil (ca. 0,60 bis 0,80 mm), können bis 20 Meter lang und mit bis zu 15 oder 20 Haken (Größe 1/0 oder 2/0) an kurzen Seitenarmen versehen sein. Oberhalb der Haken werden Leuchtperlen montiert. Als Beschwerung dient ein 400 bis 800 Gramm schweres Blei, die Haken werden mit kleinen Fischstücken oder Fetzen bestückt.
Da die Handhabung eines 10 oder sogar 20 Meter langen Vorfachs natürlich nicht ganz unkompliziert ist, empfiehlt sich die Verwendung eines Wickelbretts. Hat man das Vorfach zu Wasser gelassen, hängt man das obere Ende in einen Karabiner ein, der an der Hauptschnur befestigt ist. Anschließend lässt man die Montage bzw. das Blei bis zum Grund absinken. Hat ein Rotbarsch gebissen und macht dieser sich durch die typischen kurzen Zupfer bemerkbar, sollte man nicht sofort anschlagen, sondern lieber noch einige Sekunden oder Minuten mit dem Einholen der Montage warten – oft steigen dann nämlich noch weitere Fische ein.

Köder: Als gute Rotbarschköder gelten Naturköder wie kleine Fischfetzen oder Garnelen (Reker). Mit kleinen Gummimakks lassen sich ebenfalls gute Fänge erzielen – vor allem dann, wenn diese zusätzlich mit Naturködern garniert werden.

Beste Angelzeit: Ganzjährig

Laichzeit: Rotbarsche sind lebendgebärend. Die Paarung vor der nordnorwegischen Küste findet im August / September statt, die innere Befruchtung im Februar / März. Die Larven werden zwischen April und Juni geboren.