Die richtige Mischung

Foto: Waldemar Krause / www.media-army.de
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Wer mit dem PKW oder Kleinbus nach Norwegen fährt, hat meistens genug Platz und braucht sich auch um zehn Kilo mehr oder weniger keine Gedanken zu machen. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn man mit dem Flugzeug gen Norden reisen möchte, denn dann sind sowohl das Gewicht als auch die Abmessungen der Gepäckstücke von Bedeutung.

Die für das Meeresangeln notwendigen Ausrüstungsgegenstände sind in der Regel schwerer und zahlreicher als jene, die beim Angeln im Süßwasser benötigt werden. Deshalb legen wir den Fokus hier auf das Meeresangeln.

Besonders Pilker und Bleie sind gewichtsmäßig problematisch, deswegen sollten Sie bei der Auswahl dieser Dinge darauf achten, was wirklich wichtig ist und was nicht. Fragen Sie im Vorfeld am besten Ihren Reiseveranstalter oder erfahrene Angler, welche Pilker- und Bleigewichte Sie in dem angepeilten Revier wirklich brauchen. Sinnvoll ist meist eine Mischung aus verschiedenen Pilkern in Gewichten von 400, 250, 150 und 100 Gramm. Außerdem noch Bleie von 500, 250 und 100 Gramm. Wenn Sie gerne mit Gummifischen und Twistern fischen, aber aufs Gepäckgewicht achten müssen, lassen Sie einfach einige – oder alle – Pilker zuhause. Was Sie auf keinen Fall daheim lassen sollten, sind eine Handvoll Meerforellenblinker und Zocker (Minipilker) in Gewichten bis 30 Gramm. Diese sind nämlich hervorragend für das Uferangeln geeignet.
Verzichten Sie auf Pilker in allen möglichen Farben und Formen. In Norwegen reichen schlichte silberfarbene Modelle – in Kombination mit grün, blau und rot – meist völlig aus. Und sollten Sie doch mal den einen oder andern Pilker durch Abriss verlieren, können Sie sich in nahezu jedem norwegischen Supermarkt Ersatz besorgen. Die Köder werden in Kunststoffboxen gepackt, für die Aufbewahrung an Bord des Angelbootes packen Sie sie einfach in eine leichte und wasserdichte Tasche ein.

Gut verpackt

Das Motto „Weniger ist mehr“ gilt auch hinsichtlich der Ruten und Rollen. Statt zehn unterschiedliche Kombis mitzunehmen, sollten Sie sich auf maximal drei beschränken. In der Regel werden eine mittelschwere bis schwere Bootsrute (20-50 lbs), eine mittlere Pilkrute (WG 100-200 g), eine Spinnrute (WG bis 60 g) und dazu passende, voll bespulte Rollen plus Ersatzspulen oder Ersatzschnur vollkommen ausreichen. Sicherheitsfanatiker oder Angler mit viel Platz dürfen noch jeweils eine Ersatzrute mitnehmen. Für alle anderen reicht die Mitnahme von passenden Ersatz-Spitzenringen, um diese notfalls austauschen zu können.
In jedem Fall müssen Sie Ihre Ruten bruchsicher verpacken, ganz egal, mit welchem Verkehsmittel Sie reisen. Für Flugreisen sollten Sie sich ein abschließbares Rutentransportrohr zulegen.
Allgemein gilt: Wer qualitativ hochwertiges Gerät mitnimmt und dieses vor Reiseantritt ordentlich verpackt, ist auf Reisen vor Materialschäden und damit verbundenem Ärger besser gefeit, als jemand, der sich für Billigprodukte entscheidet und beim Packen schludert.
„Verschleißteile“ wie Haken, Wirbel, Sprengringe, Knotenlosverbinder, Schlepprohre, Vorfächer, Beifänger, Gummiköder und Rollenfett sollten Sie in ausreichender Menge mitnehmen. Das Praktische an diesen Kleinteilen: Sie nehmen nicht viel Platz weg und sind relativ leicht. Am besten in unterschiedlichen Größen, damit Sie für alle Fälle gerüstet sind. Nicht vergessen sollten Sie Vorfachschnur in Durchmessern zwischen 0,30 und 1 mm. Auch geflochtene bzw. monofile Ersatzschnur für die Rollen kann nicht schaden.
Zum Fangen der Fische haben wir nun eigentlich alles Wichtige beisammen – fehlen eigentlich nur noch eine (Löse-) Zange, ein Holzpriest, ein Filetiermesser, ein Messerschärfer, ein Filetierhandschuh, Gefrierbeutel sowie Relingsbänder zum Befestigen der Ruten. Wer Platz hat, nimmt noch einen Driftsack mit.

Kleidung muss sein

Bei der Auswahl der Kleidung wird das Augenmerk auf Zweckmäßigkeit gelegt. Ein Auftriebsoverall, warme Unterwäsche, Pullover, Wechselunterwäsche, Handtücher, eventuell noch leichte Regenbekleidung und Neoprensocken – viel mehr sollte es nicht sein. Dicke und dünne Socken, Handschuhe und Mütze haben wir bereits im Rutenrohr verstaut. Falls nicht, kommen diese Dinge mit zu den anderen Klamotten. Klären Sie vor Reiseantritt ab, ob Ihnen in ihrer Unterkunft Bettwäsche gestellt wird. Falls nicht: einpacken! Und die Kulturtasche nicht vergessen.
Viele Angler nehmen gerne ein Paar Gummistiefel mit auf Reisen. Andere verzichten darauf und nehmen statt dessen lieber ein Paar ordentliche Treckingschuhe mit. Die sind warm, nahezu wasserdicht, aber atmungsaktiv und bieten sowohl im Boot als auch beim Uferangeln von Felsen oder Molen den nötigen Halt. Und man kann sie bereits bei der Anreise anziehen, muss sie also nicht ins Gepäck stopfen. Überhaupt ist dies ein guter Trick, um bei Flugreisen Gewicht zu sparen: Nehmen Sie möglichst viele ihrer Kleidungsstücke mit an den Sitzplatz, anstatt sie ins Hauptgepäck zu packen. Auch im Handgepäck lässt sich einiges unterbringen, normalerweise sind bis zu acht Kilo erlaubt. Ideal vor allem für empfindliche und wertvolle Dinge wie Kamera, Handy oder Sonnenbrille, aber auch (fast) alles andere. Aber bitte keine Pilker, Haken, Schnüre, Rollen, (Taschen-) Messer oder Zangen. Flüssigkeiten wie Sonnenmilch, Parfüm, Mückenspray oder Getränke dürfen nur noch in Mengen von jeweils maximal 100 ml und insgesamt höchstens 1 Liter mit in die Kabine genommen werden. Diese Dinge werden Ihnen sonst nämlich bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen abgenommen. Also besser ins Hauptgepäck damit.
Angler, die mit Auto und Fähre nach Norwegen reisen, sollten sich einen kleinen „Bordrucksack“ oder eine Tasche mit Waschzeug, Zahnbürste, Zahncreme und Wertgegenständen (Reisekasse, Brieftasche, Kamera usw.) packen – denn wenn die Fähre erst abgelegt hat, kommt man an sein Fahrzeug nicht mehr heran.

Die Stunde der Wahrheit

Selbst wenn Sie alles durchgeplant haben und fest davon überzeugt sind, an alles gedacht zu haben: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie irgendetwas vergessen haben, ist verdammt groß! Das ist eigentlich auch kein Weltuntergang – solange es nicht die wirklich wichtigen Dinge sind, also solche, die Sie sich nicht noch vor Ort besorgen können. Dazu zählen in jedem Fall der Personalausweis oder Reisepass, EC- und/oder Kreditkarte, Bargeld, Führerschein und Versicherungskarte, persönliche Medikamente, Auslands-Krankenversicherung, Fähr- oder Flugtickets, Handy, Ladegeräte sowie Lesestoff. Wenn Sie Brillenträger sind, sollten Sie neben einem Brillenband auch eine Ersatzbrille einstecken – man weiß ja nie.
Sicherlich wollen Sie eine Kamera mitnehmen, um ihre Fänge und Eindrücke im Bild fest zu halten? Sehr schön! Denken sie dann aber bitte daran, genügend Speicherkarten bzw. Filme einzupacken. Und für den Fall, dass Sie und Ihre Mitreisenden gerne spielen, sollten Sie noch ein paar Karten und Würfel einpacken.

Checkliste fürs Meeresangeln

Checkliste fürs Süßwasserangeln