Schleppfischen

„Schleppen? Das ist doch total langweilig!“, hört man einige Angler immer wieder sagen. Doch wer sich mit dieser Angelmethode schon mal etwas ausgiebiger beschäftigt hat, der weiß: Schleppen ist alles andere als langweilig. Wenn man es richtig anstellt, ist es sogar eine der spannendsten Angelmethoden überhaupt.

Foto: Matthias Wendt / www.media-army.de
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Das Schleppen bietet sich unter anderem dann an, wenn man in einem neuen, unbekannten Revier angelt. Es ist nämlich eine gute Möglichkeit, große Bereiche nach Fischen abzusuchen.
Dafür braucht man eigentlich nur ein Boot, eine Rute mit Rolle sowie einen geeigneten Köder. Sicher, für technisch hoch anspruchsvolles Schleppen sind noch wesentlich mehr Ausrüstungsgegenstände notwendig – es geht aber auch einfach.

Foto: Matthias Wendt / www.media-army.de
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Geschleppt wird meist mit Blinkern oder Wobblern. Letztere sind am einfachsten zu handhaben, da ihre Tauchtiefe bereits vorgegeben ist. Man weiß also immer ziemlich genau, in welcher Tiefe der Köder läuft. Für das Schleppen sind tief laufende Modelle am besten beeignet – also solche, die bis etwa 10 Meter tief tauchen. Mögliche Schleppköder sind aber auch Gummifische, nur fällt die Tiefenkontrolle bei diesen etwas schwerer. Sie sind vor allem dann geeignet, wenn über tieferem Wasser geschleppt wird und dadurch keine Hängergefahr besteht.

Vorgehensweise beim Schleppen

Foto: Waldemar Krause / www.media-army.de
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Beim einfachen Schleppen mit Wobblern werden diese einfach hinter dem Boot zu Wasser gelassen, anschließend lässt man bei geöffnetem Rollenbügel oder Freilauf nach und nach rund 20 bis 40 Meter Schnur von der Rolle laufen. Das geschieht idealerweise bei Schrittgeschwindigkeit, also bei gut 1,5 bis 2 Knoten (ca. 2,5 bis 3,5 km/h). Dann wird der Rollenbügel umgelegt oder der Freilauf der Rolle deaktiviert. Nachdem die Rollenbremse korrekt eingestellt worden ist, kann mit dem Schleppen begonnen werden. Dabei behält man die Rute entweder in der Hand, oder man steckt sie in einen geeigneten Rutenhalter.
Bei dieser einfachen Schleppvariante gibt es grundsätzlich zwei mögliche Strategien. Entweder man fährt über relativ flachen Bereichen, sodass der Köder knapp über Grund läuft. Bei einem etwa 8 Meter tief tauchenden Wobbler wäre dann Wassertiefen zwischen 9 und 12 Meter ideal. Oder man schleppt den Köder über tieferem Wasser, sodass dieser irgendwo im Mittelwasser läuft. Beide Strategien können Fische bringen.

Zielfische beim Schleppen

Wird grundnah geschleppt, sind Dorsche eine recht häufige Beute. Läuft der Köder eher im Mittelwasser oder noch weiter oben, steigen gelegentlich Köhler ein. An steil abfallenden Ufern und Kanten packt auch öfter mal ein Pollack zu. Und wenn der geschleppte Köder nicht zu groß ist (z.B. schlanke Blinker oder Wobbler bis max. 12 Zentimeter Länge), sind im Sommer Makrelen und Hornhechte möglich.
An der Küste und in den Fjorden warten aber noch ganz andere Überraschungen auf den Angler, der mit geschleppten Köder sein Glück probiert. Meerforellen werden von Schleppanglern in Norwegen sehr häufig gefangen, teilweise sogar Lachse. Letztere wird man bereits beim Biss erkennen – sie neigen nämlich dazu, ordentlich Schnur zu nehmen. Wenn einem beim Schleppen plötzlich viele Meter Schnur von der Rolle gerissen werden, kann es sich aber auch um einen anderen Kandidaten handeln: zum Beispiel um einen Heilbutt. Auch er beißt gerne auf geschleppte Köder.